Fragt man die Bevölkerung nach dem sichersten Ort, um seine Wertgegenstände oder sein Vermögen zu verstauen, würde der Großteil Banken und Sparkassen nennen. Doch eben dieses Sicherheitsgefühl kommt nun ins Wanken. Viele können sich heutzutage mitten in Deutschland keinen Bankraub mehr vorstellen. Deshalb schaut auch niemand auf die Versicherungssumme, die in einem Vertrag für die Anmietung des Schließfaches steht.
Und das fällt vielen nun auf die Füße. Laut Aussage der Sparkasse Gelsenkirchen haben lediglich 100 Kunden das Angebot angenommen und eine höhere Summe als die Standardsumme von 10.300 Euro über die Bank versichert.
Nachweis der Schadenhöhe schwierig
Tritt ein Schaden ein, der erstattet werden soll, muss dieser belegt werden. Und hier stolpern viele Menschen über ihre Sorglosigkeit. Laut Aussagen der Betroffenen, sollen die Schließfächer voll mit Wertgegenständen gewesen sein. Neben Goldbarren werden Bargeld und Schmuckgegenstände aufgeführt. Ohne Kaufbelege, Gutachten oder Fotodokumentationen wird es jedoch schwer, dem Versicherer glaubhaft darzulegen, dass diese Gegenstände auch tatsächlich vorhanden waren. Dabei sollte das in der heutigen Zeit gar nicht so schwer sein. Schnell ein Foto oder ein PDF mit dem Smartphone gemacht und ab in die Cloud. So ist ein Nachweis schnell und zu jederzeit möglich.
Doch auch wenn ein Nachweis möglich ist: Welche Versicherung übernimmt nun den Schaden und in welcher Höhe? Einige Hausratversicherungen bieten den Schutz von Wertsachen in Bankschließfächern an. Wichtig sind Höchstentschädigungssummen, die meist einen bestimmten Prozentsatz an der Versicherungssumme ausmachen, beispielweise 40 Prozent. Meist handelt es sich eine so genannte Subsidär-Deckung, bei der zuerst die Bankschließfachversicherung in Anspruch genommen werden muss. Wer höhere Werte – etwa Schmuck – im Schließfach liegen hat, sollte über eine spezielle Schließfachversicherung als zusätzliche Absicherung nachdenken.
Den genauen Wert kennen
Für eine korrekte Versicherungssumme sollte man den Wert der im Schließfach liegenden Gegenstände kennen. Beispiel Gold: Das Edelmetall erreicht einen Höchststand nach dem anderen und der Wert hat sich binnen der letzten 20 Jahren verzehnfacht. Gleiches gilt für Wertgegenstände wie Uhren. Viele Luxusmarken entwickeln sich immer mehr zu Anlageobjekten, deren Marktwert nichts mehr mit dem Listenpreis zu tun hat. So kann über die Jahre eine große Lücke entstehen, die im Schadenfall den Schließfachinhaber vor eine böse Überraschung stellt.
Noch ein Wort zum Thema Bargeld: Die Standard-Schließfachversicherung der Bank deckt Bargeld oft nicht oder nur geringfügig ab. Hier helfen nur separate Schließfach- oder Wertsachenversicherungen, um höhere Summen abzusichern. Wir beraten Sie gerne!
Quelle: VEMA
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